Oudeschild (Texel) – Lelystad

(19. Aug 2016)

Um 7:30 lösen wir die Leinen, Kicki und Jost winken uns zum Abschied zu. 2.5 h später sind wir an der Schleuße in Den Oever, wo wir Glück haben und noch als letztes Schiff einfahren können. Nach der Schleuße können wir Segel setzen und kreuzen in Richtung Enkhuizen – Absegeln am Wind bei Sonnenschein. Kurz danach ist Schluss mit Segeln und eine halbe Stunde bevor unseren Heimathafen erreichen setzt der Regen ein. Um 18:30 sind wir fest an unserem Liegeplatz.

(27,5 nm gesegelt, 20,5 nm unter Motor)

Den Helder – Oudeschild (Texel)

(18. Aug 2016)

Früh um 8:30 laufen wir aus und kreuzen bei herrlichem Wind nach Oudeschild auf. Im dortigen Yachthafen ergattern wir zwei benachbarte Liegeplätze. Kicki bleibt am Boot, während wir anderen Räder leihen und eine Texel-Runde über Den Burg, De Cocksdorp, Strand und Watt fahren. Zwischendurch machen wir Rast am Strand und genießen unseren letzten Sonnensommerferientag. Abends teilen wir wieder alles und es wird feucht fröhlich. Am nächsten Morgen werden Kicki und Jost mit ihrem Gast Jörg weiter Richtung Alkmaar ziehen, während für uns der letzte Urlaubstag anbricht.

(10,0 nm gesegelt, 1,0 nm unter Motor)

Alkmaar – Den Helder

(17. Aug 2016)

Um 9:00 legen wir ab und wollen möglichst zügig Richtung Den Helder auf den Kanal, schaffen die Eisenbahnbrücke, kommen dann aber an der letzten Brücke von Alkmaar Ri. Nord nicht mehr weiter. Die Brücke ist defekt und muss erst repariert werden. Kurz nach 11 Uhr geht es endlich weiter. Entlang des Kanals verläuft an Backbord die Landstraße, an Steuerbord die Dorfstraße, die immer wieder durch schwimmende Brücken verbunden sind. Es läuft gut, die Brücken öffnen sich meist recht schnell, nach dem wir Kontakt mit den Brückenwärtern aufnehmen. Nur an der Seeschleusse in Den Helder dauert es länger. Im königlichen Yachthafen angekommen können wir schon Kicki auf der Pier winken sehen. Wir feiern unsere Wiedersehen und lassen den Abend ganz gemütlich ausklingen.

(25,0 nm unter Motor)

Amsterdam – Alkmaar

(16. Aug 2016)

Wir wollen in den letzten Urlaubstagen noch unsere Freunde Kicki und Jost treffen, die auf dem Weg nach Texel sind. Der N-Wind hat inzwischen auf NNE gedreht, so dass wir auch durchs Ijsselmeer nur schwer gegenan hätten fahren können. Wir beschließen, durch den Noordhollandsch Kanaal zu fahren, eine Strecke bei der wir mit stehendem Mast von Amsterdam nach Den Helder gelangen können. Wir fahren zurück nach Zaandam, von wo es über Zijkanaal G, die Voorzaan und die Wilhelminasluis in die Zaan geht. Es riecht nach Kakao – wir passieren große Lagerhäuser, in denen wohl Kakaobohnen gelagert sind und am Rande stehen große Schokoladenfabriken. Es zieht sich, aber irgendwann können wir die Stadt hinter uns lassen, setzen Segel und können die letzte Strecke bis und durchs Alkmaardermeer ohne Motor fahren. Von dort geht es in einen Kanal, der parallel zur Landstraße verläuft und wir erreichen kurz nach 14:30 Alkmaar, wo wir neben der Bierkade festmachen. Wir schlendern durch die Altstadt, die gemütliches, holländisches Ambiente ausstrahlt. Durch die kleinen Gassen geht es, in denen Läden mit Dingen voll sind, die man nicht braucht, kitschig und Farben froh. Nach dem Essen an Bord genießen wir das Nachtleben auf dem alten Markt neben dem Käsemuseum.

(5,0 nm gesegelt, 21,0 nm unter Motor)

Ijmuiden – Amsterdam

(15. Aug 2016)

Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es um 10:30 Richtung Amsterdam. Wir haben Glück an der Schleuße von Ijmuiden und können direkt einfahren – vor uns eine Megayacht. Dann geht es den Noordzeekanaal bis zum Sixhaven, indem wir zur besten Zeit um 13:30 ankommen und einen sehr schönen Liegeplatz bekommen. Das Boot gut vertäut geht es auf die Fähre, die uns auf die andere Seite des Kanals zum Bahnhof bringt.

Wir erstehen einen wp_20160815_14_38_54_proReiseführer und machen uns bei herrlichem Weg daran, Amsterdams Altstadt zu erkunden. Es ist sehr voll! Vom Nationaldenkmal geht es zum Königlichen Palais, der Nieuw Kerk, wo wir an der Ecke in einem gemütlichen Cafe uns stärken. Gravenstraat, Westerkerk, Anne Frank Haus (die Schlange davor geht bis ans andere Ende der Westerkerk). Von dort geht es in den Jordan (ehemaliges Arbeiterviertel) und hier wird es richtig schön, als wir in die dortige Grachten gelangen. Wir genießen die Atmosphäre und lassen die Seele baumeln. Aufpassen muss man als Fußgänger in Amsterdam vor allem vor den Radfahrern, die in der einen Hand das Smartphone halten, mit der anderen Hand das Fahrrad durch den dichten Verkehr lenken und wenig Respekt vor den anderen Verkehrsteilnehmern zeigen.

(14,0 nm unter Motor)

Southwold – Ijmuiden

(13./14. Aug 2016)

Der Wind hat über Nacht sehr nachgelassen und ist jetzt fast zu wenig. Die Wettervorhersage sagt nach wie vor WSW voraus, der im Lauf des nächsten Tages auf NE drehen soll. Kurz vor Niedrigwasser laufen wir ohne Problem aus. Die Strömung in dem engen Flussbett kann sehr stark sein und beim Manövrieren Schwierigkeiten bereiten, wie wir es auch am Tag zuvor bei einer belgischen Segelcrew im anderen Päckchen erlebt hatten. Mit viel Geschwindigkeit wurden sie auf die vor ihnen liegenden Motorbooten draufgetrieben und dabei einen Pfahl an Land verbogen wurde.

Vor der Hafenausfahrt setzen wir Segel, die wir aber leider bald wieder einholen, da der versprochene Wind immer mehr abflaut. Leider bleibt die Welle von den Tagen zuvor, so dass wir heftig durchgeschaukelt werden. Kurz nach 20 Uhr erreichen wir die westliche Seite der Deepwater (DW) Rinne – von jetzt an gilt es noch mehr auf der Hut zu sein. Kurz vor 23 Uhr haben wir die DW Rinne passiert und Ingrid übernimmt die Wache. Hatte ich gedacht, dass es jetzt etwas ruhiger wird, so hatte ich mich ziemlich getäuscht. Jetzt kommen die Schiffe scheinbar aus allen Richtungen, aber Ingrid kann mit Hilfe des AIS in Kombination mit dem Plotter sehr gut die Kollisionskurse einschätzen und entsprechend die Ausweichkurse planen. Die angekündigte Winddrehung zuerst auf NW und dann immer mehr auf N setzt ein und damit frischt der Wind auf. Um 4 Uhr können wir den Motor ausmachen und gleiten unter Segel weiter Richtung Ijmuiden. Bei Tagesanbruch erreichen wir die Verkehrstrennungsgebiete vor Ijmuiden, müssen noch zwei großen Frachtern ausweichen bevor es zwischen TSS Ijmuiden Approach und dem neu entstehenden Windpark im Süden davor auf die Einfahrt von Ijmuiden zugeht. Um 11:45 sind wir fest in der Marina Ijmuiden: Ingrid klart das Schiff auf während ich uns anmelde.

Später machen wir noch einen ausgiebigen Spaziergang am Sandstrand von Ijmuiden, bevor es zurück zum Schiff geht. Abendessen und frühes zu Bettgehen.

(52,5 nm gesegelt, 58,0 nm unter Motor)

Ankerplatz im River Deben – Southwold

(11. Aug 2016)

Früh um 5 Uhr heißt es ‚Anker auf‘, da wir möglichst kurz vor Hochwasser am Ausgang des Debens sein wollen. Es ist noch sehr kühl und Nieselregen setzt ein, der uns den ganzen Vormittag begleitet. Die letzten Seemeilen durch den Deben sind wir noch ganz allein unterwegs, nur im Ausgang erwartet uns ein Seehund. Die Ausfahrt ist schwierig und ich erwische nicht die optimale Route, aber dank des hohen Wasserstandes gibt es keine Probleme. Draußen an der Ansteuerungstonne setzen wir die Genua und laufen mit ablaufendem Wasser Richtung Orford Ness und setzen dann Kurs der Küste entlang Richtung Southwold, dessen Einfahrt wir kurz nach 11 Uhr erreichen. Der Hafenmeister empfiehlt uns einzulaufen auch wenn es kurz vor Niedrigwasser ist, jedoch wegen Nippzeit genügend Wasser in der Einfahrt und an den flachen Stellen sind, sofern man sich an die vorgeschriebene Route hält. Ohne Probleme kommen wir zum Besuchersteg, wo wir an einer älteren Moody von einem sehr sympathischen jungen Pärchen festmachen mit extra Landleinen wegen der starken Gezeitenströmung. Am Nachmittag laufen wir in das nahe gelegene Southwold, spazieren durch dieses altenglische Badestädtchen, in dem die Brauerei Adnams ihren Hauptsitz hat und an jeder zweiten Ecke präsent ist. Am Strand sind wegen des schlechten Wetters nur die ganz Hartgesottenen unterwegs. Zum Abendessen gehen wir in den nahegelegenen ‚Harbour Inn‘, einem Pub, dass uns von unseren Nachbarn empfohlen wurde. Zu uns gesellt sich ein älteres Ehepaar, mit denen wir gleich ins Gespräch kommen. Sie hatten bis vor wenigen Jahren eine Segelyacht mit Kimmkiel und sind immer noch im Segelclub in Southworld, von wo sie einen Blick auf die Themse haben. Nachdem Abendessen spielen Musikanten auf: meist singt einer ein Solo, danach spielen sie alle gemeinsam auf. Ein junges Mädchen tanzt dazu.

(23,5 nm gesegelt, 5,0 nm unter Motor)

Am nächsten Tag wollen wir bei Niedrigwasser nach Ijmuden auslaufen, verwerfen dann aber den Plan, da die Wettervorsage immer noch von Windstärke 6 spricht und uns dies zu ungewiss ist. So bleiben wir noch einen Tag in Southwold. Nach dem Frühstück gehen wir nochmals bei Adnans auf einen Tee/Kaffee vorbei. Danach gehen wir zurück und über die Brücke auf die andere Seite des River Blyth in das Dorf Walberswick. Das Dorf ist noch älter als Southwold: alte Häuschen säumen kleine enge Gassen, die an diesem Tag vollgestopft mit Autos und ihren Passagieren sind, die alle auf der Suche nach einem Parkplatz sind um an den nahegelegenen Strand zu gelangen. Es ist heute richtig heiß und wir erreichen nach einem Spaziergang durch das Marschland den Strand, an dem wir auf den warmen Steinen es uns gemütlich machen. Am späten Nachmittag gehen wir zurück und lassen den Tag an Bord ausklingen: Lesen, den morgigen Tag vorbereiten, Scholle mit Kartoffeln …

Woodbridge – Ankerplatz im River Deben

(10. Aug 2016)
Morgens gehen wir gemeinsam im Sonnenschein in die wiedererwachte Kleinstadt. Ingrid bummelt durch die Läden, ich verziehe mich in ein Cafe, um die neusten Wetterberichte aus dem Internet zu holen und die weitere Route vorzubereiten. Am späten Nachmittag verlegen wir das Boot noch soweit wie möglich zum Ausgang des Debens. Wie schon vor vielen Jahren ankern wir in der Biegung in der Nähe ‚The Rocks‘, was einen sehr guten Ankergrund aufweist.
(0,0 nm gesegelt, 4,5 nm unter Motor)

Hamford Water – Woodbridge (River Deben)

(9. Aug 2016)

Das Tiefdruckgebiet über Norwegen verschiebt sich langsam nach Osten, so dass sich die Wettersituation wenig ändert. Nach spätem Frühstück laufen wir unter Motor aus der Flussmündung aus und können bis zur Ansteuerungstonne des Deben gut Segeln. Mit auflaufendem Wasser fahren wir unter Motor in die Einmündung des Deben ein, die inzwischen sehr schmal und flach geworden ist und ganz eng an der westlichen Befestigungsmauer verläuft. Als wir hier vor 7 Jahren mit Clara zum ersten Mal waren, war die Einfahrt ganz anders verlaufen und nicht so flach gewesen. Wir lassen uns sehr viel Zeit mit der Fahrt durch den Deben, da das Zeitfenster zum Passieren des Sülls in Woodbridge auf Grund der Nippzeit sehr klein ist und wir am liebsten kurz vor Hochwasser um 5 Uhr dort sein wollen. Dort angekommen, machen wir uns in das gemütliche Städtchen auf, wo aber die ‚Bordsteine schon hochgeklappt‘ sind.

(7,5 nm gesegelt, 12,0 nm unter Motor)