Archiv der Kategorie: ’17-Ost-Schweden

Lauwersoog – Gieselauschleuse

Am Morgen kochen wir uns das Essen für die Nacht, danach noch ein gutes und ausgiebiges Frühstück. Um 0930 legen wir los, gemeinsam mit ‚Sherpa‘ geht es in die Robbengatsluis und um 1000 sind wir schon draußen im Wattenmeer. Es geht noch etwas langsam vorwärts, da wir noch Gegenstrom haben Langsam dreht der Wind von SE über E auf NE, wir segeln ab Engelmannsplaats bis zum Westgat, dann sind wir auf der Nordsee. Wir kreuzen bis zum Hubertusgat auf, dann nehmen wir den Motor zur Hilfe, da wir befürchten, dass uns Zeit davon läuft. Endlich gegen 1730 dreht der Wind auf die versprochene N-Richtung und wir können ab dem Rifgat bei Borkum wieder segeln. ‚Sherpa‘ ist unser treuer Begleiter und segelt ein paar Meilen vor uns. Der Wind ist prächtig und bringt uns gut voran, sodass wir um Mitternacht auf der Höhe der Otzumer Balje bei Langeoog sind. Zum Abend gibt es unser vorbereitetes Essen und während der ganzen Zeit lernt Clara in allen Lagen, wenn sie nicht gerade Wache hat, zu denen wir uns alle 2 -2,5 h abwechseln.

Clara liebt am Wind Kurse

Bei der Jade-Einfahrt sind wir ‚Sherpa‘ bis auf wenige 100 Meter nähergekommen. Ich wecke Clara, als wir südlich des großen Felds mit Ankerliegern zwischen Jade und Weser vorbeifahren – zwei Augenpaare sehen mehr als eins. Kurz nach 4 Uhr sind wir in der Elbmündung. Obwohl der Wind weiterhin prima bläßt geht es nur noch langsam voran – wir sind zu früh und haben Gegenstrom. Kurz vor acht erreichen wir Cuxhaven, erst kurz danach kippt die Strömung. Weiter geht es die Elbe hinauf. Das Wetter verschlechtert sich, wir bergen die Segel und motoren bis zur Schleuse in Brunsbüttel, die gerade öffnet, als wir dort ankommen. Wieder mal Glück gehabt! Mit uns in der Schleuse ist auch ‚Sherpa‘, die uns auf der Elbe unter Motor davongefahren war. Im Nordostseekanal fahren wir noch die 40 km bis zur Gieselauschleuse, wo wir an den Wartesteigern festmachen. Es gibt noch ein schnelles Spaghetti-Gericht, bevor wir hundemüde in die Kojen fallen. Wir haben es geschafft – das ‚Dreamteam‘, wie Clara uns nannte.

(92,5 nm gesegelt, 69,5 nm unter Motor)

Lelystad – Warga – Lauwersoog

Am Samstagvormittag holen wir noch das Winterzelt vom Segelmacher ab, verabschieden uns von der Hafen-Crew in Lelystad, dann heißt es ‚Leinen los‘. Bei schönem Wetter geht es die ersten Meilen noch unter Maschine Richtung Lemmer, dann können wir die Segel setzen – das erste Mal in diesem Jahr! In Höhe Urk ist aber die Freude schon zu Ende, da der Wind nachlässt und wir noch viel Strecke vor uns haben. Nach einiger Wartezeit schleusen wir in die Pr. Margrietsluis ein, dann geht es in die Staande Mast Route. Wir müssen nie allzu lange vor den Brücken warten, aber dann ist kurz nach 20 Uhr an der Brücke bei Warga Schluss. Wir kochen uns noch ein leckeres Wok-Gericht, bevor wir müde in die Kojen fallen, Clara vom vielen Übungsrechnen, die sie an Bord zur Vorbereitung ihrer Klausur in Mechanik durchführt, ich vom Steuern.
Pünktlich um 9 Uhr öffnet die Brücke – wir können weiterfahren! Die Durchfahrt durch Leeuwarden kostet wie immer viel Zeit – gegen 12 Uhr können wir dann endlich auch die Stadt hinter uns lassen. In Burdaard halten wir an einem kleinen Lädchen – Clara springt rein, um Geld zu wechseln – das Kleingeld ist uns an der letzten Brücke in Leeuwarden ausgegangen. Auf der anderen Seite liegt das Segelboot ‚Sherpa‘, das uns – in diesem Moment nicht ahnend – in den nächsten Tagen ein treuer Begleiter sein wird. Es geht weiter durch Dokkum und weiter zur Schleuse, die ins Lauersmeer und Richtung Lauersoog führt. Dort gehen wir in den Jachthafen auf der Innenseite, da der auf der Außenseite zu ungemütlich ist und wir es auch am nächsten Morgen nicht eilig haben. Clara arbeitet emsig weiter, während ich die Vorbereitungen für die Nachtfahrt auf der Nordsee treffe: AIS-Sender in den Rettungswesten befestigen, Lifelines an Bord befestigen, Rettungsrolle einhängen, Schwimmboje überprüfen, Lichter testen, … Beim Hafenmeister treffe ich die Crew der ‚Sherpa‘ und eines anderen Boots, das auch über die Nordsee will. Wir haben ganz ähnliche Pläne, auch sie wollen Richtung Kiel und in die Ostsee. Die Vorhersage ist günstig: der Wind soll über Nordost nach Nord drehen und dies nur für die nächsten 24 Stunden – das einzige und ideal Wetterfenster für uns!! Zum Abendessen hole ich uns noch zwei Portionen ‚Fish `n Chips‘ vom Fisch-Restaurant an der Schleuse. Dann geht’s wieder früh in die Kojen, da die nächsten 36 Stunden anstrengend werden.

Prolog

Dieses Jahr wollen wir unser Boot nach Schweden überführen und an der dortigen Ostküste unseren Urlaub verbringen. Der Liegeplatz in Lelystad ist gekündigt, die meisten Vorbereitungen und Wartungsarbeiten sind abge

Vorbereitungen für den Schwedentörn

schlossen, aber wie immer, ist nicht alles fertiggeworden. Es ist auch ein seltsames Gefühl unsere vertraute Umgebung und unseren Liegeplatz, zuerst für Ioanna, dann mit unserem heutigen Boot, nach fast 9 Jahren aufzugeben. Wir haben hier viele Freunde gefunden und auch im Umgang mit Booten gelernt – wir werden dies sicherlich missen.

Clara wird mich die erste Etappe der Überführung über die Nordsee bis Kiel begleiten, wo dann Ingrid und Reinhard dazukommen werden, um unser Boot nach Bornholm und die Südostspitze Schwedens zu überführen. Unterwegs werden dann noch Freunde aus München dazu stoßen – Ines und Pedro.