Vordingborg (Sjaelland) – Karrebaksminde (Sjaelland)

(30. Juli 2015) Die Niederländer verlassen den Hafen um 8:30, während wir uns noch einmal an die Pier legen, was sich hinterher als Fehler herausstellte. Frühstück. Wir gehen hinauf zur Burg. Sie wurde im 11. Jahrhundert zum Schutze gegen die aggressiven norddeutschen Küstenbewohner gebaut, die immer wieder Raubzüge starteten. Könige starben auf der Burg, vergiftet durch den Abt. Valdemar der IV. zeigte seinen Spott, indem er auf dem höchsten Turm eine goldene Gans setzen, denn er verspottete die Hanseaten als fette Gänse. Später kamen die Könige nicht mehr hierher, sie residierten in Roskilde oder Kopenhagen, die Burg verfiel. Wie schlendern gemütlich durch die Einkaufsstrassen, ein Fehler, wie sich wenig später herausstellt.

Gegen 12:30 legen wir ab. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf, der Wind nimmt zu. Hinter der Masnedsundbrücke peitschen uns Wind und Welle entgegen. Nur mühsam kommen wir unter Motor gegen die spitzen und steilen Wellen voran, steile, hohe Wellen, die mit zunehmendem Wind immer höher werden. Eigentlich wollten wir die kleine Insel Vejro ansteuern. Der Kampf gegen Wind und Welle ist nervenzehrend. Wir kommen nur mit etwas über zwei Knoten voran bei 2500 Umdrehungen. Alles fliegt durchs Schiff, meine Matratze ist nass und durchs Salonfenster tropft es auch. Öffnen und erneutes Schließen der Luken ist unmöglich, dann haben wir mit einem Schlag 100 Liter Wasser im Schiffsinneren. Wir kriechen voran. Die Untiefentonne an Steuerbord bleibt eine ganze Weile neben uns stehen. Wir überlegen, welchen Hafen wir überhaupt anlaufen können. Am Vorsegel hat sich eine Naht gelöst, ein Loch zeigt sich. Das auch noch. Einzige fast sichere Möglichkeit ist es, den Hafen in Karrebaeksminde anzulaufen und auch das bedeutet noch stundenlanges Gebolze gegen an. Durchhalten heißt es jetzt und das gelingt schließlich auch. Das Hafenhandbuch schreibt zu Karrebaeksminde “Ganz schlimm ist es, wenn Starkwind weht, dann rauscht der Strom mit 5 kn/h durch den schmalen Hafen. Wer keine kräftige Maschine hat, sollte den Hafen unter diesen Umständen nicht ansteuern. Wenden vor der Brücke ist unmöglich, also ein Zurück gibt es nicht:“ Als wir in die enge Hafeneinfahrt steuern, halten wir die Luft an. Nach Passage der Hafeneinfahrt finden wir einen Platz längsseits der Hafenmauer, vertäuen das Schiff am Bunkersteg und klaren erst mal auf. Alles gut gegangen.

Ingrid macht Burger mit Nudeln in Aolisauce, dazu einen Salat. Als Nachtisch gibt es die Kuchen aus der dänischen Bäckerei aus Vordingborg.

(8 sm unter Segel, 15 sm mit Motor)

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